Dienstag, 11. Juni 2013

Markus Frey, Den Stress im Griff (BusinessVillage)

Energiequelle Körper


Ein ehemaliger Spitzensportler zeigt Fallen auf und entstaubt alte Gewohnheiten


Markus Frey war Profi-Sportler und kennt sich
aus mit der Stressbewältigung. In seinem Ratgeber
(Den Stress im Griff, BusinessVillage Verlag 2013)
hat er sein Wissen zusammengetragen, um anderen
Menschen zu helfen. Das Buch ist eine Wohltat
für Stressgeplagte und ein Wegweiser aus dem
Dilemma heraus. Frey beleuchtet Ecken, die sonst
verborgen sind. Viele Menschen tragen zu ihrem
eigenen Unwohlsein unbewusst bei. Weil sie
getrieben werden. Von Ansprüchen von außen und
von sich selbst. Zudem rauben Negativmeldungen
aus den Medien zusätzlich wertvolle Energie. Der
Autor sieht deshalb abends keine "Tagesthemen"
mehr und erfreut sich lieber an Witzen auf seinem
Nachttisch. Denn ein gesunder Schlaf ist für die
Leistungsfähigkeit essentiell. Auch eine gesunde
Ernährung mit vielen B-Vitaminen für die Nerven.
Ballaststoffe sind nur für den Darm gut. Nicht
aber in Form von Ärger. Der sollte rasch abgeworfen
werden. Sei es durch Sport oder durch Entspannung.
Selbst Gedanken können Fallen sein. Es ist niemals
egal, was man denkt. Dabei geht es nicht um plattes
positives Denken. Frey veranschaulicht, wie Viktor
Frankl das KZ durch seine geistigen Positivbilder
überstand. Autosuggestion über eine gute
Gesundheit oder über Kraft im Alltag helfen. Der
französische Apotheker Émile Coué fand heraus,
dass Patienten schneller gesund wurden, wenn
er das Medikament mit positiven Bestimmungen
verband. Denn nicht nur Gedanken haben positive
Auswirkungen, sondern auch Worte und Metaphern.
Wie schnell sagen Menschen Sätze wie: "Ich war
wie vom Blitz getroffen." oder "Das bringt mich
noch um." Besser ist es, solche Sätze auszutauschen.
Durch neutralere Feststellungen und die Beschreibung
der Gefühle. "Ich bin wütend" oder "Ich bin traurig"
klingen besser und sind nicht so negativ. Sicher
kann ein berufstätiger Büromensch oder ein
Schichtarbeiter nicht so ritualisiert und gesund
leben wie Markus Frey. Aber Neinsagen lernen,
mal TV und Smartphone ausschalten, kann jeder.
Ein gutes Buch in hektischen Zeiten.
(c) Corinna S. Heyn


Markus Frey,
Den Stress im Griff.
Machen Sie den Stress zu Ihrem besten Helfer.
BusinessVillage Verlag 2013

Dienstag, 5. März 2013

Buchkritik: Petra van Laak, Auf eigenen Beinen

Aufgeben gilt nicht


Petra van Laak wagte den Sprung in die Selbständigkeit als Mutter von vier Kindern


Erstaunlich offenherzig plaudiert die selbständige Texterin Petra van Laak in ihrem zweiten Buch "Auf eigenen Beinen" aus dem Droemer Verlag über ihren Aufstieg von der Jobberin und Hartz-IV-Empfängerin zur Selbständigen. Aufsehen erregte die Potsdamerin in den Medien, als sie als ehemalige Unternehmersgattin mit Villa am See und vier Kindern auf einmal alleinerziehend und mittellos wurde. Schuld waren Firmeninsolvenzen ihres Mannes und die Trennung von demselben. Die studierte Kunsthistorikerin beschloss aufgrund vieler Absagen auf ihre Bewerbungen und wegen unbefriedigender Jobs aus der Not heraus, sich mit einem Textbüro für Unternehmenskommunikation auf eigene Beine zu stellen. Petra van Laak hatte genug von schlecht bezahlten Jobs. Ihre vier Kinder Jonas, Frieda, Till und Millie glaubten an sie. Petra van Laak eröffnete ein Textbüro, zunächst in ihren eigenen vier Wänden. Wie chaotisch die Jonglage zwischen Alltag und Selbständigkeit war, schildert sie sehr plastisch. Sie knüpfte Kontakte beim Online-Netzwerk XING, brauchte aber als Neueinsteigerin einen langen Atem. In jeden Auftrag kniete sie sich voll hinein, aber Enttäuschungen blieben nicht aus. So gab es auch Auftraggeber, die zwar ihren Text nutzten, aber nicht zahlen wollten. Petra van Laak wehrte sich - auch mit einem Anwalt. Irgendwann mietete sie sich eigene externe Büroräume. Sie absolvierte sogar mit Hilfe eines Stipendiums in der Schweiz ein Corporate-Publishing-Studium. Das dauerte 16 Monate. In ihrem Buch beschreibt Petra van Laak auch die Schattenseiten der Selbständigkeit. Die Unsicherheiten, die ständige Erreichbarkeit, die Angst vor Krankheit. Um nicht auszubrennen, schafft sie sich heute ab und zu Ruheinseln im Alltag. Denn, wie schwierig Kunden sein können, die dann über die erbrachte Leistung schimpfen, davon kann sie ein Lied singen. Das zehrt an den Nerven, Petra van Laak verlor zeitweise sogar Haare. Wie knallhart Unternehmertum sein kann, das beschönigt die Autorin nicht. Nach mehr als sechs Jahren macht sich Petra van Laak trotz ihrer Erfolge Gedanken über ihre Zukunft. Ein spannendes Buch um den Kampf, in harten Zeiten - wirtschaftlich -  zu überleben. Petra van Laak gewann 2010 den Swiss Text Award.
(c) Corinna S. Heyn

Petra van Laak,
Auf eigenen Beinen.
Eine vierfache Mutter startet in die Selbständigkeit.
Droemer 2012.

Dienstag, 20. September 2011

Was bedeuten die geheimen Codes der Arbeitszeugnisse?

Arbeitszeugnisse: Eintrittskarten für die Karriere

Ein qualifiziertes Arbeitszeugnis kann eine Eintrittskarte für eine steile Karriere sein. Aber wann ist ein Zeugnis besonders gut? Nur wer den Geheimcode der Personalchefs kennt, kann das beurteilen und sich dafür einsetzen.

Manchen Chefs ist das Erstellen von Arbeitszeugnissen lästig. Das ist für den Arbeitnehmer ein absoluter Glücksfall, da er es selbst vorformulieren darf. Grundsätzlich  gilt: je ausführliches es ist, desto besser. Eine gute Beurteilung muß folgendes beinhalten: Aussagen über das Sozialverhalten, den Arbeitseinsatz, das Führungs- und Sozialverhalten, das Arbeitsergebnis sowie über die fachliche Kompetenz. Bislang galt der alte Code, der sich in den USA aus dem Taylorismus entwickelt hatte, und der sich langsam aber sicher verabschiedet. Wer selbst textet, sollte im Präsens schreiben und Hauptwörter vermeiden. Statt ‘Er arbeitete jederzeit mit vorbildlicher Sorgfalt und Genauigkeit’ sollte es heißen ‘Er arbeitet sorgfältig und genau’. ‘Sie begreift schnell’ klingt ebenfalls erheblich besser als der antiquierte Satz ‘Sie verfügt über eine gute Auffassungsgabe’. Selbst wenn es mittlerweile sogar Software mit Textbausteinen für Zeugnisse gibt, so ist der Arbeitgeber dennoch verpflichtet, eine individuelle Beurteilung abzugeben. Andererseits darf er bestimmte Informationen wie die über eine Betriebsratstätigkeit, eine Parteimitgliedschaft, den Gesundheitszustand des Arbeitsnehmers, eine Nebentätigkeit oder Wettbewerbsverbote nicht preisgeben. Dass dieses Verbot dennoch durchkreuzt wird, zeigen die Geheimzeichen der Personalchefs. Ein Häkchen nach rechts bedeutet, dass der Mitarbeiter Mitglied einer rechtsstehenden Partei ist. Ein senkrechter Strich, wie zufällig mit dem Kugelschreiber links vor die Unterschrift gesetzt, informiert darüber, dass der Angestellte Gewerkschaftsmitglied ist.
Wenn sich ein Arbeitgeber partout weigert, ein unrichtiges Zeugnis zu korrigieren, kann das Arbeitsgericht eingeschaltet werden. Der Arbeitgeber muss vor Gericht beweisen, dass das Zeugnis vollständig ist. Ein Rechtsstreit macht aber nur dann Sinn, wenn der Arbeitnehmer rechtschutzversichert ist. Ansonsten kann der Gang vor das Gericht - auch bei einem Sieg - teuer werden.
© Corinna S. Heyn



Geheimcodes

Sehr gut
hat die ihm/ihr übertragenen Aufgaben stets zu unserer vollsten Zufriedenheit erledigt
Gut
stets zu unserer vollen Zufriedenheit...
Befriedigend
zu unserer vollen Zufriedenheit...


Verdeckte Beurteilungen

hat seine Aufgaben ordungsgemäß erledigt
ein Bürokrat, ohne Initiative
hat zur Verbesserung des Betriebsklimas beigetragen
Alkohol im Dienst
bewies für die Belange der Belegschaft stets Einfühlungsvermögen
ständig auf der Suche nach Sexualkontakten
Wegen seiner/ihrer Pünktlichkeit war er/sie stets ein Vorbild
in jeder Hinsicht eine Niete
Er/Sie ist tüchtig und weiß sich zu verkaufen
unangenehme/r MitarbeiterIn, WichtigtuerIn



Links: http://www.marktplatz-recht.de
http://www.prodomoJob-Beratung.de

Literatur:
Manfred Lucas, Arbeitszeugnisse richtig deuten. Düsseldorf 1996.

Günter Huber, Mein Arbeitszeugnis. Planegg 1999.

Karl-Heinz List, Mein Arbeitszeugnis selbst formuliert. Walhalla 1999.